Luise-Kiesselbach-Stiftung
Freitag, 10. Juni 2016

So „macht“ man Inklusion: Projekt „Inklusiver Tiergarten Nürnberg“ wird mit Preis für Inklusion 2016 der Luise-Kiesselbach-Stiftung ausgezeichnet – Preisverleihung unter der Schirmherrschaft von Michael Fitz

"Alle sollen dabei sein. Alle gehören dazu." Das ist die Übersetzung von Inklusion in Leichte Sprache. Was so einfach klingt, ist in der Praxis schwer umzusetzen. Nur dort, wo Menschen zusammen leben, lernen, spielen, wohnen und arbeiten, wird Inklusion Realität: in der Sprengelschule, am Arbeitsplatz, im Supermarkt, bei Behördengängen, im Jugendtreff, im Sportverein, im Kirchenchor –  oder im örtlichen Tiergarten.

Mit dem Preis für Inklusion 2016 zeichnet die Luise-Kiesselbach-Stiftung deshalb Projekte aus, die etwas für Menschen mit Behinderung in diesem Sinne bewegt haben.

Inklusiver Tiergarten Nürnberg
Den Preis für Inklusion 2016 der Luise-Kiesselbach-Stiftung erhält der Paritätische in Mittelfranken für das Projekt „Inklusiver Tiergarten Nürnberg“. Ziel des Projekts war, an einem ganz konkreten Beispiel in der Stadt Nürnberg die unterschiedlichen Barrieren für Menschen mit Behinderungen festzustellen, zu analysieren und Lösungen zur Beseitigung der Barrieren zu finden. Menschen mit verschiedenen Beeinträchtigungen waren als „Experten in eigener Sache“ in das Projekt eingebunden. Viele der im Projekt entstanden Vorschläge wurden bereits im Tiergarten umgesetzt, andere befinden sich in der Planungsphase.

„Wie "macht" man Inklusion? Wie überzeugt man Menschen und Institutionen, andere Menschen nicht auszugrenzen, sondern sich für sie zu öffnen? Und wie kann man sie dabei unterstützen? Das waren die Fragen, die uns bei der Ausschreibung des Preises für Inklusion 2016 bewegt haben“, sagt Margit Berndl, Vorstand der Luise-Kiesselbach-Stiftung.

„In Deutschland sind private Anbieter und Dienstleister nicht verpflichtet, ihre Angebote barrierefrei zu gestalten. Daran wird sich leider auch mit dem novellierten Behindertengleichstellungsgesetz nichts ändern“, so Berndl. „Wir verbinden mit der Auszeichnung deshalb die Hoffnung und den Wunsch, dass sich noch viele andere Organisationen und Menschen von den Konzepten der Preisträger anstiften und inspirieren lassen."

Der Preis für Inklusion wird nach 2013 zum zweiten Mal vergeben. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird geteilt zwischen dem Paritätischen in Mittelfranken und dem Paritätischen in Oberfranken, der für eine Kooperation mit dem Kunstmuseum Bayreuth ausgezeichnet wird.

Fit für Inklusion
Die Erfahrungen aus dem Tiergarten-Projekt fließen bereits in ein 2016 gestartetes Folgeprojekt ein, mit dem Handwerk, Handel und Dienstleister vor Ort „Fit für Inklusion“ gemacht werden sollen. „Aktuell gehen wir auf verschiedene Firmen zu, die ihr Angebot analysieren und konkrete Maßnahmen umsetzen möchten", sagt Christiane Paulus, Geschäftsführerin des Paritätischen im Bezirk Mittelfranken. „DIE eine Checkliste für Betriebe, Handel und Handwerk, wie sie Zugänge zu ihrem Warenangebot und ihren Dienstleistungen für alle Menschen schaffen, gibt es nicht. Deshalb sind Menschen mit Behinderung auch in diesem Projekt von Anfang an mit dabei.“

Mit dem Preisgeld vom Preis für Inklusion 2016 sollen für das Projekt „Inklusiver Tiergarten Nürnberg“ und das Projekt „Fit für Inklusion“ Texte in Leichter Sprache und Gebärdensprachvideos erstellt werden.

Preisverleihung unter der Schirmherrschaft von Michael Fitz
Die Verleihung des Preises für Inklusion 2016 fand am 10. Juni 2016 im Tiergarten Nürnberg im Rahmen eines Pressegespräches statt.

Michael Fitz ist Schirmherr des Preises für Inklusion. Der Schauspieler und Musiker war bereits 2012 Schirmherr der "Woche der Inklusion" des Paritätischen in Bayern sowie Schirmherr des Preises für Inklusion 2013.

Die vollständige Pressemappe sowie Pressefotos von der Preisverleihung finden Sie auf der Homepage der Luise-Kiesselbach-Stiftung zum Herunterladen: www.luise-kiesselbach-stiftung.de/preis-fuer-inklusion

Ansprechpartnerin: Alix Veh | Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 089 / 30611 – 146 oder 0173 | 98 26 192 | E-Mail: alix.veh(at)paritaet-bayern.de

 

Luise-Kiesselbach-Stiftung: Für richtungsweisende soziale Arbeit in Bayern
"Pionierarbeit leisten, der Arbeit Niveau geben, auch dem Ärmsten kein Menschenrecht versagen!" - unter dem Motto ihrer Namenspatronin steht auch die Arbeit der Luise-Kiesselbach-Stiftung. Die Stiftung unterstützt innovative und zukunftsweisende Projekte der sozialen Arbeit, u.a. im Bereich der Jugend-, Behinderten- und Altenhilfe, der Erziehung und Bildung sowie des öffentlichen Gesundheitswesens.
Luise Kiesselbach war eine bekannte bayerische Frauen- und Sozialpolitikerin. Als eine der ersten weiblichen Stadträtinnen Münchens gestaltete sie Anfang des 19. Jahrhunderts die kommunale Sozialpolitik mit. Sie war u.a. Gründerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Bayern und Vorsitzende des Vereins für Fraueninteressen und initiierte eine Reihe neuer sozialreformerischer Einrichtungen, von denen einige noch heute bekannt sind, z.B. das Luisenhaus.

Die Luise-Kiesselbach-Stiftung wurde 2010 vom Paritätischen in Bayern gegründet.