Luise-Kiesselbach-Stiftung
Montag, 13. Juni 2016

So „macht“ man Inklusion: Projekt „Kunst inklusiv - Inklusive Führungen im Kunstmuseum Bayreuth“ wird mit Preis für Inklusion 2016 der Luise-Kiesselbach-Stiftung ausgezeichnet – Preisverleihung unter der Schirmherrschaft von Michael Fitz

"Alle sollen dabei sein. Alle gehören dazu." Das ist die Übersetzung von Inklusion in Leichte Sprache. Was so einfach klingt, ist in der Praxis schwer umzusetzen. Nur dort, wo Menschen zusammen leben, lernen, spielen, wohnen und arbeiten, wird Inklusion Realität: in der Sprengelschule, am Arbeitsplatz, im Supermarkt, bei Behördengängen, im Jugendtreff, im Sportverein, im Kirchenchor –  oder im örtlichen Kunstmuseum.

Mit dem Preis für Inklusion 2016 zeichnet die Luise-Kiesselbach-Stiftung deshalb Projekte aus, die etwas für Menschen mit Behinderung in diesem Sinne bewegt haben.

Inklusive Führungen im Kunstmuseum Bayreuth
Den Preis für Inklusion 2016 der Luise-Kiesselbach-Stiftung erhält der Paritätische in Oberfranken für die Kooperation mit dem Kunstmuseum Bayreuth und die Ergänzung des Projekts „Kunst inklusiv - Inklusive Führungen im Kunstmuseum Bayreuth“ für gehörlose, hörgeschädigte, hör-/sehbehinderte und taubblinde Kunstinteressierte. Im Sommer 2015 haben das Kunstmuseum Bayreuth und der Sozialdienst für Hörgeschädigte des Paritätischen in Oberfranken damit begonnen, die im Museum bereits etablierten Führungen für Sehende und Nichtsehende zu analysieren und für hörgeschädigte, gehörlose, taubblinde und hörsehbehinderte Menschen zu erweitern. Die konzeptionelle Anpassung der Führungen lag in den Händen des Sozialdienstes für Hörgeschädigte. Die ersten angepassten Führungen fanden im Januar 2016 statt.

„Eine mobile Induktionsanlage, passende Lichtverhältnisse, weniger Störgeräuschen, Übersetzung in die Deutsche Gebärdensprache, der Einsatz von Taubblindenassistenz oder Taubblindendolmetschern und kleine Gruppengrößen, die Sichtachsen ermöglichen - all das schafft nun auch für diesen Personenkreis gute Rahmenbedingungen im Museum“, freut sich Gudrun Gärtner vom Sozialdienst für Hörgeschädigte. „Kunst und Kultur sind wichtig für eine erfüllte und selbstbestimmte Lebensgestaltung. Jetzt können auch hörgeschädigte, gehörlose, taubblinde und hörsehbehinderte Menschen der Kunst im Kunstmuseum Bayreuth ganz individuell begegnen.“

Mit dem Preisgeld vom Preis für Inklusion 2016 sollen Dolmetscherkosten für die inklusiven Führungen finanziert werden.

Preis für Inklusion 2016
„Wie "macht" man Inklusion? Wie überzeugt man Menschen und Institutionen, andere Menschen nicht auszugrenzen, sondern sich für sie zu öffnen? Und wie kann man sie dabei unterstützen? Das waren die Fragen, die uns bei der Ausschreibung des Preises für Inklusion 2016 bewegt haben“, sagt Margit Berndl, Vorstand der Luise-Kiesselbach-Stiftung.

„In Deutschland sind private Anbieter und Dienstleister nicht verpflichtet, ihre Angebote barrierefrei zu gestalten. Daran wird sich leider auch mit dem novellierten Behindertengleichstellungsgesetz nichts ändern“, so Berndl. „Wir verbinden mit der Auszeichnung deshalb die Hoffnung und den Wunsch, dass sich noch viele andere Organisationen und Menschen von den Konzepten der Preisträger anstiften und inspirieren lassen."

Der Preis für Inklusion wird nach 2013 zum zweiten Mal vergeben. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird geteilt zwischen dem Paritätischen in Oberfranken und dem Paritätischen in Mittelfranken, der für eine Kooperation mit dem Tiergarten Nürnberg ausgezeichnet wird.

Preisverleihung unter der Schirmherrschaft von Michael Fitz
Die Verleihung des Preises für Inklusion 2016 fand am 11. Juni 2016 auf der Landesgartenschau Bayreuth statt.

Michael Fitz ist Schirmherr des Preises für Inklusion. Der Schauspieler und Musiker war bereits 2012 Schirmherr der "Woche der Inklusion" des Paritätischen in Bayern sowie Schirmherr des Preises für Inklusion 2013.

Die vollständige Pressemappe sowie Pressefotos von der Preisverleihung finden Sie auf der Homepage der Luise-Kiesselbach-Stiftung zum Herunterladen: www.luise-kiesselbach-stiftung.de/preis-fuer-inklusion

Ansprechpartnerin: Alix Veh | Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 089 / 30611 – 146 oder 0173 | 98 26 192 | E-Mail: alix.veh(at)paritaet-bayern.de


Luise-Kiesselbach-Stiftung: Für richtungsweisende soziale Arbeit in Bayern
"Pionierarbeit leisten, der Arbeit Niveau geben, auch dem Ärmsten kein Menschenrecht versagen!" - unter dem Motto ihrer Namenspatronin steht auch die Arbeit der Luise-Kiesselbach-Stiftung. Die Stiftung unterstützt innovative und zukunftsweisende Projekte der sozialen Arbeit, u.a. im Bereich der Jugend-, Behinderten- und Altenhilfe, der Erziehung und Bildung sowie des öffentlichen Gesundheitswesens.
Luise Kiesselbach war eine bekannte bayerische Frauen- und Sozialpolitikerin. Als eine der ersten weiblichen Stadträtinnen Münchens gestaltete sie Anfang des 19. Jahrhunderts die kommunale Sozialpolitik mit. Sie war u.a. Gründerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Bayern und Vorsitzende des Vereins für Fraueninteressen und initiierte eine Reihe neuer sozialreformerischer Einrichtungen, von denen einige noch heute bekannt sind, z.B. das Luisenhaus.

Die Luise-Kiesselbach-Stiftung wurde 2010 vom Paritätischen in Bayern gegründet.