Luise-Kiesselbach-Stiftung

Alle gehören dazu: Preis für Inklusion 2018

Alle sollen dabei sein, alle gehören dazu – das heißt Inklusion. Was einfach klingt, lässt sich im Alltag oft nicht so leicht verwirklichen. Denn vielfältige Hindernisse sorgen dafür, dass in unserer Gesellschaft nicht alle Menschen dazugehören.

Artikel 2 der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen fordert, dass alle Kinder dieselben Rechte haben und kein Kind diskriminiert werden darf. Die Vertragsstaaten verpflichten sich in der Konvention dazu, Kinder vor Diskriminierung zu schützen.

Doch die Realität in Deutschland ist eine andere: Abhängig von kultureller und sozialer Herkunft, Behinderung, Vermögen oder Status der Eltern haben Kinder und Jugendliche in Deutschland immer noch unterschiedliche Entwicklungs-, Bildungs- und Teilhabechancen.

Mit dem Preis für Inklusion 2018 zeichnet die Luise-Kiesselbach-Stiftung Projekte aus, die Entwicklungschancen und gleiche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen stärken.

Inklusive Fahrradwerkstatt / Sprach- und Kommunikationstrainings

Den Preis für Inklusion 2018 der Luise-Kiesselbach-Stiftung erhält der Paritätische in Unterfranken für die Projekte „Inklusive Fahrradwerkstatt / Sprach- und Kommunikationstrainings“. In Gaukönigshofen und Würzburg werden in Integrationsklassen neuzugewanderte Kinder gefördert. Doch auch die Integrationsklassen stoßen an Grenzen: Einige der Kinder müssen erst alphabetisiert werden oder haben große Schwierigkeiten beim Erlernen der neuen Sprache. Die Inklusive Fahrradwerkstatt und die Sprachtrainings des Paritätischen in Unterfranken richten sich insbesondere an diese Kinder und Kinder, die noch nie eine Schule besucht haben: Statt Frontalunterricht wird Deutsch beim gemeinsamen Fahrradreparieren oder mit Anschauungsmaterial und anderen aktiven Methoden geübt und trainiert! Die Kursleiter sind Ehrenamtliche mit und ohne eigene Migrationserfahrung.

Bamberger Hüttenstadt

Den Preis für Inklusion 2018 der Luise-Kiesselbach-Stiftung erhält Chapeau Claque e.V. für das Projekt „Bamberger Hüttenstadt“. Viele Ferienangebote in Bamberg sind kostenpflichtig, nicht barrierefrei oder man muss sich frühzeitig dafür anmelden. Häufig bestimmen der Geldbeutel der Eltern oder die Zugänglichkeit darüber, ob ein Kind an einem Sommerferienprogramm teilnehmen kann. Nicht so bei der Bamberger Hüttenstadt: Jedes Jahr in den Sommerferien verwandelt sich die Bamberger Jahnhalbinsel durch das Bamberger Spielmobil in einen faszinierenden Abenteuerspielplatz und eine bunte Bau-Welt. Die Bamberger Hüttenstadt ist kostenfrei, barrierefrei zugänglich und man muss sich auch nicht vorher anmelden: So können Kinder spontan und selbstbestimmt entscheiden und jedes Kind kann einfach mitmachen! Möglich wird das durch die Förderung durch das Stadtjugendamt Bamberg. Ohne diese Unterstützung gäbe es die Hüttenstadt als kostenfreies Angebot für alle Kinder nicht.

Für den Preis konnten sich Mitgliedsorganisationen des Paritätischen in Bayern und Projekte des Landesverbands bewerben. Der Preis ist mit insgesamt 8.000 Euro dotiert.

Schirmherr
Der Schauspieler und Musiker Michael Fitz

Schirmherr des Preises für Inklusion 2018 ist Michael Fitz. Der Schauspieler und Musiker war bereits Schirmherr der Woche der Inklusion 2012 und des Preises für Inklusion 2013 und 2016.

 

 

Foto © Jürgen Spachmann